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Pfarrer oder Pastor?


Immer wieder wird gefragt, wie denn Gernot Thölke anzusprechen ist. Ist er Pastor Thölke oder Pfarrer Thölke? Was unterscheidet ihn von einem Priester?

Die Antwort ist relativ einfach. Pfarrer oder Pfarrerin ist ein in christlichen Kirchen und Gemeinschaften verwendeter Begriff für eine Person, die mit der Leitung von Gottesdiensten, der seelsorglichen Betreuung und in der Regel auch der Leitung einer Gemeinde betraut ist. Wer in der Kirche eine Pfarrstelle hat, ist zugleich auch Pfarrer bzw. Pfarrerin. Die beiden großen Kirchen in Deutschland regeln die Rechte und Pflichten der Pfarrerinnen (nur in der evangelischen Kirche) und Pfarrer durch ein Pfarrerdienstrecht, das sich weitgehend am staatlichen Beamtenrecht und an den Laufbahnen von Studienräten orientiert. Das Wort "Pfarrer" hat übrigens seinen Ursprung in einem germanischen Begriff für Bezirk oder ein begrenztes Gebiet, welcher auch dem Wort Pferch zugrunde liegt, so dass der "Pfarrer" den "Pfarr(h)er(r)n" eines Gebietes, eben der "Pfarrei" darstellt.

Seine Stellung und Aufgaben hängen von der Konfession ab: in den evangelischen Kirchen wird der Pfarrer meist von der Gemeinde gewählt, in seltenen Fällen aber auch von der übergeordneten Kirchenleitung bestimmt; in der römisch-katholischen Kirche wird er vom Bischof ernannt.
In der evangelischen Kirche ist die Ordination die Voraussetzung, um Pfarrer oder Pfarrerin zu werden. Ein Bewerber wird dadurch mit der öffentlichen Verkündigung des Wortes Gottes und der Verwaltung der Sakramente (unter anderem Taufe und Abendmahl) beauftragt.

In der Ordination verspricht der Pfarrer seelsorgerliche Verschwiegenheit und die Wahrung des Beichtgeheimnisses. Ein Pfarrer kann dann eine Gemeinde leiten oder auch in einem anderen Bereich geistliche Aufgaben erfüllen.

In den evangelischen Kirchen ist es stets ein ordinierter Theologe, in der römisch- katholischen, altkatholischen, anglikanischen und orthodoxen Kirche ein eigens geweihter Priester. Nach evangelischem Verständnis sind alle Gläubigen durch die Taufe Priester, d.h. Menschen mit unmittelbarem Zugang zu Gott und insbesondere der Kompetenz, Sünden zu vergeben, daher erübrigt sich eine eigene Priesterweihe. Ein evangelischer Pfarrer ist also kein Priester. Alle Getauften haben gleichen Anteil am Priestertum Christi.

Geistliche tragen generell den Titel "Pastor" (lateinisch „Hirte“). Daneben gibt es auch noch den Begriff „Prediger“: er ist in den christlichen Kirchen im weiteren Sinn der Überbringer der biblischen Botschaft durch die Predigt, die Verkündigung und Aus-legung des Wortes Gottes nach der kirchlichen Lehre. Somit sind Pastor und Prediger allgemeine Bezeichnungen für Pfarrer.

 
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